Bibliotan

Ein Chinese schreibt über Bibliothek auf Deutsch

Von Kunden zu Partner?

Posted by jintan on 12 March, 2008

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(Screenshot der Präsentation)

Seit einigen Jahren sprechen wir “Kunden der Bibliothek” bzw. “Kundenorientierung” statt Bibliotheksnutzer. Ziel war klar, dass das Bibliotheksdienstleistung an die Nutzer/Kunden orientiert und die Kunden als Endnutzer anzusehen. Eine kleine begriffliche Veränderung bedeutet aber wie die Bibliothek sich gegenüber ihre Nutzer/Kunden positioniert.

Heute sehe zufällig ein Powerpoint-Präsentation aus der Veranstaltung Web2.0 - Bibliothek2.0 der HAW Hamburg, Titel der Präsentation lautet “Von Kunden zu Partner? - Bibliotheken & User-generated Content“. Das ist für mich auch eine sehr interessante Fragestellung: wenn wir in Web1.0 (Bibliothek als Informationsanbieter) über Kunden sprechen, können wir vielleicht in der Web2.0/Bibliothek2.0 zusätzlich auch über Partner sprechen?

In digitaler Bibliothek:
wenn ich über Zukunft der Bibliothek träume, dann habe ich folgende Vorstellung: man kann dort eigene Literature verwalten, kommentieren in Bibliothekskatalog/blog, chatten mit Bibliothekare, austauschen mit anderen Kunden… (ja, sowie Beluga) :-)

Die Kunde nehmen nicht nur einfach die Informationen von der Bibliothek auf, mit Bibliothek (als Plattform) können die Kunden auch eigene Informationen für anderen bereitstellen. Es wird dann funktionieren, wenn die Bibliothekare mit ihrer Kenntnis als sozialer PERSON zur Verfügung stellen. Andere Beispiele wie Bibliothekare in Facebook, Twitter oder als Blogger können das Thema noch verdeutlichen.

In physischer Bibliothek:
Das Beispiel von “Lebende Bücher” habe ich oft im Blog gesprochen, es passt auch ziemlich gut zu dem Kontext. Die Bibliothekare haben die Bibliotheksnutzer (oder Nicht-Bibliotheksnutzer?) eingeladen und die Kunde können in der Bibliothek mit ihnen sprechen. Ohne diese Kooperation mit Nutzer/Kunden können diese Art von Informationsangebote der Bibliothek gar nicht geben.

Das deutsches Wort “Einmischen” mag ich sehr, nicht nur weil, dass ein Chinese hier in der deutschen Gesellschaft normal leben kann, sonder auch, dass die Bibliothekare mit ihre Kunden einmischen können.

3 Responses to “Von Kunden zu Partner?”

  1. Steffi Says:

    Hallo Jin,
    ich habe gerade Michael Bucklands “Redesgning the Library Services : a Manifesto” von 1992 vollständig durchgelesen (http://sunsite.berkeley.edu/Literature/Library/Redesigning/html.html). Auch er spricht noch vom Kunden, aber für die Entstehungszeit hat er schon recht fortschrittliche Ideen, die in unsere Zeit hineinreichen. - Momentan lese ich noch andere Bücher über “CustomerService”. In einem wird ganz deutlich gesagt, dass die Bibliothek nur mit dieser “neuen” Denkweise vom Bibliotheksnutzer als Kunden überleben kann.
    LG,Steffi

  2. jintan Says:

    Hallo Steffi, herzlichen Dank für die Ergänzung! Die Literature, die Du genannt hast, will ich in nächster Zeit lesen. Viele Grüße, Jin

  3. Matthias Einbrodt Says:

    Hallo Jin,

    eine Frage die ich mir in diesem Zusammenhang immer stelle: Warum sollten die Kunden von Bibliotheken Informationen (z.B. in Form von Rezensionen oder Tags in OPACs) für Andere bereit stellen?

    Viele Grüße

    Matthias

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