Bibliotan

Ein Chinese schreibt über Bibliothek auf Deutsch

Chinesische Archivare waren in der FHP

Posted by jintan on 14 September, 2007

am 11.09 habe ich die Gelegenheit zusammen mit 15 chinesischen Archivare, die aus der Pekinger Archiv (mit insgesamt 250 Mitarbeiter!), in unsere Fachhochschule Potsdam zu einem Sommerschool teilzunehmen.

wie Herr Hobohm in seinem Blog berichtete, die ganze Veranstaltung war auf deutsch, weil die meisten chinesischen Kollegen kein englisch sprechen. Aber mit der professionellen Übersetzung von einer chinesischen Germanistin hat die fachliche Diskussion problemlos funktioniert.

eine ganz interessante Diskussion war bei dem Mittagessen (anscheinend haben die Kollegen noch nicht an das deutsche Essen angewöhnt:-) mit dem Thema Berufsbild von Archivare, das momentan auch in Deutschland ziemlich viel gesprochen wurde. Ein chinesischer Archivar hat auf dem Thema gegriffen, er zeigt, dass die ganze Delegation nur drei Männer hat, das Verhältnis ist fast bei jeder Archiv in China. Die Arbeit als Archivare wird in China nicht so gut angesehen, die Meisten haben noch die Vorstellung, dass die Archivare keine andere Aufgabe haben, außer jeden Tag nur im Büro sitzen und die alte Dokumente ordnet, es wird natürlich relativ schlecht bezahlt.

ein anderer fachlicher Austausch war mit dem Thema Langzeitarchivierung, das auch für den chinesischen Archivare ein Schwerpunkt ist, leider haben Sie keine genügende Zeit weiter zu diskutieren. Es scheint eine sehr starke Nachfrage mit den Themen wie zum Beispiel einheitliche Datenformate, Datenträger, Datenkonvertierung und auch gesetzliche Rahmenbedingungen weiter zu beschäftigen.

Trotz der starken Sprachbarriere haben die Archivare aus China sehr gut Verständnis zu der Archivarbeit in Deutschland, es scheint sehr viele Ähnlichkeiten in beiden Ländern, eine Neuigkeit, die aus zeitlichen Grunden nicht weiter diskutiert wurde, war die neue Veränderung von den chinesischen Archive. Seit einigen Jahren wird in China geregelt, dass die Dokumente aus den Behörden nach einem Kalenderjahr direkt an den zuständigen Archiven liefern müssen und die Archive müssen dann gleich in nächsten Kalenderjahr die Dokumente an der Öffentlichkeit zugänglich machen. Eine chinesische Archivarin erzählt mir, dass man in der Pekinger Archiv jetzt die Dokumente schon aus 2006 zugreifen kann.

Nach dem Sommerschool scheint ein großer Bedarf, dass das Archivwesen zwischen beiden Länder weiter auszutauschen. Ich glaube, dass das Archivwesen in Deutschland nicht nur für den chinesischen Kollegen interessant ist. Es ist wahrscheinlich auch sehr spannend, dass man die Archive in China kennen lernen kann. In dieser Stelle soll ich von der Delegation weiterleiten, dass sie auch solcher fachlicher Besuch aus Deutschland erwartet. Für Kontakt verknüpfen oder auch Übersetzung stehe ich weiter gerne zur Verfügung.

p.s. das Sommerschool in der Presse

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