Bibliotan

Ein Chinese schreibt über Bibliothek auf Deutsch

Archive for March, 2008

Informelles Lernen in der (Hochschul)Bibliothek

Posted by jintan on 20 March, 2008

eine ganz interessante Präsentation von Herrn Hobohm über den “Ort der Bibliothek in der Hochschule” kann man in Slideshare sehen.

Von den Folien konnte ich mitbekommen, dass Herr Hobohm über die Veränderung, neue Aufgabe der Bibliothek und die Rolle der Bibliothek besonderes in der Hochschule sprach. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf ein anderes Thema einschließen:

Informelles Lernen und Rolle der Bibliothek:

Der Begriff „Informelles Lernenstammt von Jay Cross, der amerikanische Pädagoge. Er behauptet, dass 80% (in Wikipedia steht 70%) das menschliches Lernprozess findet NICHT in Bildungsinstitutionen statt. Theoretisch kann man sagen 20% der Lerninhalt ist formelles Lernen. Aber durch immer unklarere Abgrenzung zwischen Formelles und Informelles Lernen ist die beide Form von Lernen schwer abzugrenzen. Jay Cross erklärte in einem Video die Unterschiede zwischen formelles und informelles Lernen, die wichtigen Kriterien sind die Differenz von Zeit, Ort und Form des Lernens.

Wie und was man normalerweise in der Hochschule lernt, kann man als typisch formelles Lernen definieren. Man muss in einem bestimmten Ort versammeln, man muss zuhören, diskutieren man nimmt Prüfungen teil und man bekommt endlich ein Abschluss. Dann ist das Lernprozess erst fertig. Das Lernen ist zeitlich beschränkt. (Spricht eigentlich die traditionelle Lernform in der Hochschule gegen dem lebenslangen Lernen?)

Informelles Lernen heißt, dass man nicht ortabhängig, keine Zeiteinschränkung und in verschiedenen Formen lernen kann, also was man individuell ohne zeitliche Einschränkung nach eigenen Interessen und Bedarf lernt, kann als Informelles Lernen definieren.

Wie man in der Präsentation von Herrn Hobohm sieht, die Studenten diskutieren in dem E-learning System Moodle, treffen sich in der Bibliothek. In dieser Hinsicht ist das Lernen in der Hochschule schwer zu definieren, ob die Studenten formell oder informell lernen. Die Hochschulbibliothek ist ebenfalls ein unklarer Ort für Formelles oder Informelles Lernen. Studenten können für die Prüfung lernen und auch für sich selber lernen. Aber was kann die Bibliothek für das informelle Lernen beitragen?

Ich denke, das kann in digitaler und physischer Bibliothek unterscheiden. Die Bibliothek als Gebäude kann als Ort der Kommunikation gestalten, sowie Herr Hobohm in der Präsentation mehrmals betont hat, also Lernen im Gespräch. Diese Form von Lernen wird bisher in der traditionellen Lehr- und Lernform nicht viel berücksichtigt. Dazu müssen die Bibliotheken nicht nur als ein Ort der Informationen gestalten, sie müssen möglichst gemütlich, ästhetisch gut aussehen und technisch gut ausgestattet sein.

Die digitale Bibliothek soll auch versuchen Menschen zusammen zu bringen, damit die „individuellen“ Informationen durch das Austausch erweitern können. Hier spreche ich hier nicht nur über die Verschlagworten im OPAC, Rezensionen und Literatur verwalten, sondern auch die Bibliothekare in der Lage sein, die Fähigkeit zu der Suche von Informationen (Informationskompetenz) vermitteln können, damit das auf sich fokussiertes informelles Lernen überhaupt zu ermöglichen.

Es ist eigentlich die gleiche Vorstellung der zukünftigen (Hochschul)Bibliothek, wie in der Präsention steht, nur sie könnte auch eine wichtige Bedeutung für das informelle Lernen haben.

P.S. ein interessanter Vortrag (Podcast) über zukünftige Lernmethode von Zukunftsinstitut, der zu dem Thema passt.

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Papier noch als Informationsträger?

Posted by jintan on 16 March, 2008

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Auf einer ganz interessanten Blog-Post von Readwriteweb hat der Verfasser Alex Iskold über seine Erfahrung mit dem Medium Papier gesprochen. Er schätzt, dass die Bedeutung das Papier als Informationsträger in der Zukunft abnehmen wird und sogar verschwinden kann. Es ist eine Entwicklung, dass das Papier von digitalen Medien ersetzt werden.

    After serving civilization for centuries, paper is receding and giving in to new, digital forms of persisting and transfering information. We feel both sentimental and relieved because of our love-hate relationship with paper. The increasing shift towards digitization is visible across industries and sectors.

In diesem Zusammenhang mit der Präsentation von Herrn Hobohm, nämlich die Bibliothek aus Nutzersicht ist wie eine Büchersammlung bzw. sie hat enge Beziehung mit dem Medium Papier. Das macht mir Angst, wenn die Leute über Tod des Papiers sprechen, werden sie vielleicht auch irgendwann über Tod der Bibliothek sprechen? Aber aus Sicht des Verfassers werden die Bücher doch nicht ganz verschwinden, es gibt Menschen, die gerne das echte Papier blättern, in Buchladen/Bibliothek entdecken und die Bücher gerne riechen. Aber damit die richtige Informationen schnell zu finden, die Situation könnte nicht lange bleiben.

Seit Jahren haben die Bibliotheken sich bemüht, mehr digitale Informationen anzubieten. Ich frage mich, warum das Bibliotheksimage nicht viel verändert hat. Ist das Problem vom Marketing? Informationsstruktur der Bibliotheksangebote? Freier Zugang zu Informationen und DRM? oder ist es eine Verständnisfrage der Bibliothekar?

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Von Kunden zu Partner?

Posted by jintan on 12 March, 2008

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(Screenshot der Präsentation)

Seit einigen Jahren sprechen wir “Kunden der Bibliothek” bzw. “Kundenorientierung” statt Bibliotheksnutzer. Ziel war klar, dass das Bibliotheksdienstleistung an die Nutzer/Kunden orientiert und die Kunden als Endnutzer anzusehen. Eine kleine begriffliche Veränderung bedeutet aber wie die Bibliothek sich gegenüber ihre Nutzer/Kunden positioniert.

Heute sehe zufällig ein Powerpoint-Präsentation aus der Veranstaltung Web2.0 – Bibliothek2.0 der HAW Hamburg, Titel der Präsentation lautet “Von Kunden zu Partner? – Bibliotheken & User-generated Content“. Das ist für mich auch eine sehr interessante Fragestellung: wenn wir in Web1.0 (Bibliothek als Informationsanbieter) über Kunden sprechen, können wir vielleicht in der Web2.0/Bibliothek2.0 zusätzlich auch über Partner sprechen?

In digitaler Bibliothek:
wenn ich über Zukunft der Bibliothek träume, dann habe ich folgende Vorstellung: man kann dort eigene Literature verwalten, kommentieren in Bibliothekskatalog/blog, chatten mit Bibliothekare, austauschen mit anderen Kunden… (ja, sowie Beluga) 🙂

Die Kunde nehmen nicht nur einfach die Informationen von der Bibliothek auf, mit Bibliothek (als Plattform) können die Kunden auch eigene Informationen für anderen bereitstellen. Es wird dann funktionieren, wenn die Bibliothekare mit ihrer Kenntnis als sozialer PERSON zur Verfügung stellen. Andere Beispiele wie Bibliothekare in Facebook, Twitter oder als Blogger können das Thema noch verdeutlichen.

In physischer Bibliothek:
Das Beispiel von “Lebende Bücher” habe ich oft im Blog gesprochen, es passt auch ziemlich gut zu dem Kontext. Die Bibliothekare haben die Bibliotheksnutzer (oder Nicht-Bibliotheksnutzer?) eingeladen und die Kunde können in der Bibliothek mit ihnen sprechen. Ohne diese Kooperation mit Nutzer/Kunden können diese Art von Informationsangebote der Bibliothek gar nicht geben.

Das deutsches Wort “Einmischen” mag ich sehr, nicht nur weil, dass ein Chinese hier in der deutschen Gesellschaft normal leben kann, sonder auch, dass die Bibliothekare mit ihre Kunden einmischen können.

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